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Augustpflanzung

Im August werden vor allem Herbstkrokusse und Herbstzeitlose gepflanzt. Beide blühen dann noch im selben Herbst und füllen den Garten zum Ende der Saison mit Licht und Farbe. Außerdem gibt es noch ein paar andere Zwiebeln, die im folgenden Jahr blühen und im August gepflanzt werden, zum Beispiel die Frühlingslichtblume und die Madonnenlilie.

Madonnenlilie

Die Madonnenlilie blüht im Juni. Sie wird 90 bis 150 cm hoch und trägt an ihren langen Stängeln bis zu 20 reinweiße Blüten in der typischen Lilienform. Ihre goldenen Staubgefäße sind mit duftendem Blütenstaub überzogen. Ihr klarer, frisch-pudriger Duft ist ganz anders als der schwere, manchmal drückende Duft anderer Lilien. Ihr Laub ist im besten Fall unscheinbar, neigt dazu, braun zu werden und sollte möglichst durch eine Unterpflanzung versteckt werden.

Pflanzzeit für Madonnenlilien ist der August. Setzen Sie die Zwiebeln flach ein; die Spitze sollte nur wenige Zentimeter unter der Bodenoberfläche sein. Madonnenlilien lieben nahrhafte, gut dränierte Böden, die gern kalkhaltig und auch steinig sein können. Der Standort sollte so sonnig wie möglich und auch geschützt sein. In schweren, nassen Böden wird diese Lilie Ihnen keine Freude bereiten; entweder wird sie ganz verschwinden oder einen kümmerlichen Trieb mit nur wenigen Blüten produzieren. Auch neigt die Zwiebel in solchen Böden zu Schimmelbildung und Fäulnis.

Wenn Sie schweren Boden haben, aber trotzdem unbedingt Madonnenlilien pflanzen wollen, sollten Sie ein richtig großes Pflanzloch ausheben (40 mal 40 mal 40 Zentimeter), es mit einer Mischung aus Kompost, gut verrottetem Rinderdung und organischem Volldünger, Kies oder Sand und etwas Düngekalk oder Bodenaktivator füllen, und dann die Lilien obenauf setzen.

Nach der Pflanzung wird sich recht schnell eine üppige Blattrosette bilden, die im Winter gern abgedeckt werden mag (um sie vor Nässe zu schützen – z. B mit Tannenreisig). Im darauf folgenden Frühjahr treibt die Lilie dann durch und streckt sich Richtung Himmel.

Ebenfalls im Frühjahr erscheinen unglaublich hübsche, leuchtend rote kleine Käfer auf dieser Lilie. Man nennt sie Lilienhähnchen, und sie haben sich schon den ganzen Winter auf Ihre Madonnenlilien gefreut! Sie und ihre Larven, die sich unter Kothäufchen tarnen und auf der Blattunterseite schlüpfen, können eine Lilie wirklich übel verwüsten (nicht nur Madonnenlilien, sondern auch alle anderen Lilien und Fritillarien, also zum Beispiel Kaiserkronen). Glücklicherweise setzen die roten Käfer sich recht arglos mitten auf die Pflanze und sind wegen ihrer wirklich beeindruckenden Farbe leicht zu finden. Wenn Sie wollen, dass von Ihren Lilien etwas übrig bleibt, sollten Sie sie und ihre Larven absammeln.

Stützen Sie Ihre Madonnenlilien ab; wenn das Wetter harsch ist und es stürmt, könnten sie sonst Schaden nehmen. Und in sehr trockenen Jahren sollten Sie sie natürlich regelmäßig gießen.

Wenn die Lilien abgeblüht sind, können Sie sie herunterschneiden. Von Juli bis August ziehen sie ein. Dann, und nur dann, sollte man sie umpflanzen. Jetzt sind sie auch dankbar für ein bisschen Nahrung, damit sie Kraft fürs nächste Jahr tanken können.

Herbstkrokusse

Herbstblühende Krokusse sind im Mittelmeerraum und in Kleinasien heimisch. Sie schätzen durchlässigen, leichten und doch nährstoffreichen Boden und vollsonnige Standorte. Um zuverlässig zu blühen, müssen die Knollen im Sommer am warmen, trockenen Standort ausreifen können. Nur der heimische Prachtkrokus, Crocus speciosus, und seine Sorten, gedeihen problemlos auch in lichtem Schatten und etwas feuchterem Boden. Gepflanzt werden Herbstkrokusse 6 bis 10 Zentimeter tief im August. Wie alle Blumenzwiebeln freuen sie sich über eine Gabe organischen Volldünger im Pflanzloch.

Leichte, frühe Fröste schaden den Herbstkrokus-Blüten nicht. Sie schließen sich dann einfach und warten, bis es wieder wärmer ist. Kurz nach der Blüte erscheint das Laub, das den Winter über stehen bleibt.

Besonders schön sind Herbstkrokusse im Steingarten, der ja gerade im Herbst sonst nicht allzu viele Blüten zu bieten hat, und am Gehölzrand. Dort entfalten sie ihre Pracht am Besten, wenn sie einfach in großen Kolonien verwildern dürfen – hierfür eignen sich Crocus speciosus, Crocus kotschyanus und Crocus pulchellus. Crocus speciosus und –Sorten sind die wohl umkomplizierteste Herbstkrokus-Gruppe. Die Zwiebeln wachsen leicht und vermehren sich auch über Saat. Die Früchte reifen im Boden!

Die anderen, oft anspruchsvolleren Arten kann man gut in Töpfe pflanzen und ins Beet stellen, wenn die Krokusse blühen – im Winter dürfen die Töpfe dann irgendwo hin, wo es kühl und trocken ist. Damit erspart man ihnen unseren nassen Winter, den sie so gar nicht mögen. Empfindliche Arten wie Crocus cartwrightianus ‚Albus‘ oder Crocus ochroleucus freuen sich im Freiland über einen Winter(nässe)schutz aus Reisig oder Tannenzweigen.

Die klaren, zartvioletten, weißen und hellblauen Schalenblüten der Herbstkrokusse bieten Bienen und Hummeln auch spät im Jahr noch Nahrung und leuchten besonders liebreizend in der tief stehenden Herbstsonne. Gepflanzt werden sie ebenso wie die Herbstzeitlosen im August, drei mal so tief wie die Zwiebel hoch ist. Auch sie freuen sich über etwas Volldünger im Pflanzloch.

Herbstkrokusse wachsen auch gerne durch nicht so hohe Bodendecker – das hat den Vorteil hat, dass die sonst etwas schlaksigen Blüten gestützt werden.

Safrankrokus

Der Safrankrokus, Crocus sativus, und der aus ihm gewonnene Safran gehörten früher zu den begehrtesten Handelswaren der Welt. Noch heute ist Safran teurer als jedes andere Gewürz. Bei den dunkelroten Fäden, die man kauft, handelt es sich um die getrockneten Narbenschenkel der Safrankrokusblüte. Etwa 300.000 dieser Fäden müssen für ein Kilo Safran geerntet werden.

Der Safrankrokus ist in Höhenlagen heimisch und mag gut durchlässige, sommertrockene, am liebsten sandige Standorte in voller Sonne. Man pflanzt ihn 15 bis 20 Zentimeter tief. Er ist zuverlässig winterhart; in den Gebieten, in denen Safran angebaut wird, freut man sich über schneereiche Winter – sie versprechen eine reiche Safranernte im folgenden Jahr.

Wichtig für die Blüte: die Zwiebel muss im Sommer ausreifen können, am liebsten richtig in der Hitze backen. Pflanzen Sie Safrankrokusse also in die wärmste Ecke ihres Gartens oder in Töpfe (die im Sommer mit Glas abgedeckt werden können, damit die Safranknollen schön heiß und trocken stehen).

Die Blüte des Safrankrokus öffnet sich nur einmal und bleibt dann offen. Wer eigenen Safran ernten möchte, muss die Blüte frühmorgens ernten, die Safranfäden auszupfen und diese bei milder Hitze trocknen ( in der Nähe des Feuers, in der Sonne….). Erst dann entwickelt sich Safranol, das dem Safran sein Aroma gibt.

Herbstzeitlose

Colchicum gehören zu den Liliengewächsen. Auf den feuchten Wiesen Mitteleuropas heimisch ist Colchicum autumnale; dort blüht sie von Ende August bis Ende Oktober. Aus dem Mittelmeerraum und Kleinasien kommen größere Arten und Sorten, die Trockenheit besser vertragen und viele Ecken in unseren hiesigen Gärten verzaubern.

Es gibt viele unterschiedliche Arten und Sorten; die meisten (und alle, die wir im Angebot haben) produzieren im Herbst nur Blüten und kein Laub – die Blätter erscheinen dann im Frühjahr darauf. Diese sind frischgrün und glänzend und fügen sich gut zwischen Gruppen von späten Tulpen oder bunten Polstern von Lungenkraut oder Steinbrech ein. Keinesfalls sollte man das Laub im Frühjahr abschneiden – die Zwiebel braucht es, um Kraft für die nächste Blüte zu sammeln. Die Blätter ziehen im Frühsommer wieder ein.

Herbstzeitlose sind in der Kultur nicht anspruchsvoll. Sie mögen gerne sommertrockene Standorte mit einer feuchteren Frühjahrszeit. Sie bevorzugen Sonne oder lichten bzw. Halbschatten und nahrhaften, frischen, feuchten Boden. Gepflanzt werden Herbstzeitlose im August. Man sollte sie – je nach Größe der Zwiebeln – 10 bis 20 cm tief setzen und etwas organischen Volldünger mit ins Pflanzloch geben.

Am schönsten wirken Herbstzeitlose, wenn man sie in größeren Gruppen pflanzt – zum Beispiel an den Gehölzrand. Für den Steingarten eignen sich Herbstzeitlose nur bedingt, da das im Frühjahr erscheinende Laub eher mächtig ist.

Alle Colchicum-Pflanzenteile sind giftig.

Wenn Sie Ihre Herbstzeitlosen spät bestellt haben, kann es sein, dass diese schon austreiben, wenn sie bei Ihnen ankommen. Das macht aber gar nichts! Wenn noch nicht allzu viel Austrieb zu sehen ist, pflanzen Sie sie einfach ganz normal ein; sollte die Blüte sich schon weit entwickelt haben, stellen Sie die Zwiebel einfach auf die Fensterbank und lassen Sie sie zu Ende blühen (dafür braucht sie kein Wasser) und pflanzen Sie sie anschließend ein.

Colchicum eignet sich nicht für Topfkultur – sie nehmen die Enge übel.