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Amaryllis – Hippeastrum – Ritterstern

Bei den Namen gibt es immer mal wieder Verwirrung – aber jeder kennt die leuchtenden riesengroßen Blüten der Amaryllis, die unsere Räume in der kalten Jahreszeit verschönern. Die rote Amaryllis ist eine klassische Schnittblume für den Weihnachtsstrauß; aber es gibt in den letzten Jahren viele neue Züchtungen und neue Arten, deren Farbspiel von limonengrün bis rost-grün gestreift reicht. Auch kirschrote und klarweiße Sorten sind sehr beliebt.
Wenn die Amaryllis ihren Weg zu uns gefunden hat, hat sie in ihrer dicken Zwiebel alle Nährstoffe gespeichert, die sie braucht. Sie muss also zunächst nicht gedüngt werden. Man setzt sie in einen eher kleinen Topf, und zwar so, dass die Zwiebel zur Hälfte herausschaut. Dann kommt sie an einen hellen Platz, z. B. auf die Fensterbank. Zunächst wird sie nur ein wenig gegossen, vielleicht alle fünf Tage. Sobald sie anfängt, durchzutreiben, sollte man sie täglich gießen. Sie bringt sehr schnell lange Blätter und dicke Stängel hervor. Sehr hohe und große Sorten müssen gestützt werden. Oft ist der Topf mit der Erde leichter als der Blütenstand!
Nach der Blüte schneidet man die Blütentriebe ab, und wirft einen genauen Blick auf die Blumenzwiebel. Sie ist jetzt nur halb so groß wie vor dem Austrieb. Sie hat all ihre Kraft in das Wachstum des Laubes und der Blüte gegeben. Diese Kraft muss sie nun wieder aufbauen, wenn sie im nächsten Jahr wieder genauso schön und kräftig blühen soll. Also muss man sie düngen, und zwar ab dem Zeitpunkt, an dem das Laub zu wachsen beginnt.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass das Laub der Narzissen oder Schneeglöckchen nach der Blüte plötzlich einen richtigen Wachstumsschub bekommt? Das ist genau der Zeitpunkt, an dem Blumenzwiebeln gedüngt sein sollten. Die Zwiebel produziert jetzt den Blütentrieb für die kommende Saison und lagert Energie ein. Durch die Blätter nimmt sie möglichst viel Sonnenenergie auf, aus der in Kombination mit den Nährstoffen aus dem Boden dann wieder Substanz für die Zwiebel produziert wird. Auch Tulpen und Narzissen, Hyazinthen und Zierlauch sollten am besten schon vor der Blüte gedüngt werden. Dann haben die Blätter, wenn sie beginnen zu wachsen, schon alle Nährstoffe zur Verfügung – und die Zwiebeln erfreuen uns auch in den folgenden Jahren mit ihren schönen Blüten.

Düngen Sie sie reichlich, am besten mit einem Flüssigdünger auf Melasse- oder Guanobasis. Eine Düngergabe pro Woche, etwas sechs Wochen lang. Im Mai gießt man dann immer weniger und stellt Ende Mai das Gießen ganz ein. So gönnt man der Zwiebel im Sommer eine Ruhepause. Man wartet, bis die Pflanze eingezogen hat und lagert die Zwiebel dann kühl, trocken und dunkel. Amaryllis bildet fleischige und brüchige Wurzeln, die beim eventuell erforderlichen Umpflanzen möglichst nicht verletzt werden sollten. Lagern Sie Ihre Zwiebel im alten Substrat ein, und geben Sie ihr frisches Substrat, wenn Sie sie im Oktober wieder auf die Fensterbank stellen. Dann können Sie sich schon auf die schönen Blüten zu Weihnachten freuen.