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Tulpen

Im Spätfrühling und Frühsommer, bevor die großen Staudenrabatten sich zu ihrer vollen Juni-Schönheit entwickeln, sorgen Tulpen für den ersten großen Auftritt im Garten – nach den zarten, das Herz erfreuenden Frühlingsblühern trumpfen sie mit kräftigen, leuchtenden Farben auf und füllen Rabatte und Beet mit Dynamik und Struktur. Wenn man frühe und späte Sorten kombiniert, kann man sich viele Wochen lang an der Tulpenblüte erfreuen, und natürlich eignen Tulpen sich besonders gut als Schnittblumen, so dass man sich Farbe – und bei einigen wenigen Sorten und Arten auch Duft – ins Haus holen kann.

Unsere Gartentulpen stammen von Zwiebeln ab, die in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts aus Kleinasien nach Europa gelangten. Zunächst fanden die neuen Blumen wenig Interesse, aber ab 1620 änderte sich das. „Tulpenmanie“ wurde diese Leidenschaft genannt: für neue Sorten wurden immer höhere Preise gezahlt, einzelne Zwiebeln wurden zu fünfstelligen Summen gehandelt, und als das ganze zusammenbrach, hatten sich viele in dieser ersten Spekulationsblase der Geschichte ruiniert. Auch heute werden neue Sorten mit großer Leidenschaft gezüchtet; das finanzielle Risiko, das wir eingehen müssen, um die Ergebnisse in unseren Gärten genießen zu können, ist allerdings überschaubar geworden.

Die Tulpenzwiebel ist ein Überdauerungsorgan, das es der Pflanze ermöglicht, mit den gespeicherten Energiereserven lange Durststrecken an extremen Standorten zu überstehen. Tulpen stammen von den sehr sonnigen und sommertrockenen Berghängen von Südspanien bis Kleinasien. Diese Bedingungen wünschen sich Tulpen nun eigentlich auch in unseren deutschen Hausgärten.

Daraus ergeben sich folgende Regeln für die Pflanzung und Kultur:
Wählen Sie einen sonnigen Standort für Ihre Tulpen; im Idealfall sollte der Boden gut durchlässig sein. Ein Staudenbeet, das über den Sommer regelmäßig gewässert wird, ist kein guter Standort für Tulpen. Eine gute Alternative ist die Kultur im Kübel – den Kübel kann man im Sommer einfach an einen möglichst warmen Platz stellen, wo der Sommerregen nicht hinkommt – oder man kann die Tulpen einfach aus ihm rausholen, in der Sonne trocknen lassen und im Herbst wieder einpflanzen. Dasselbe kann man natürlich auch mit Tulpen machen, die im Freiland stehen – sie werden es mit üppiger Blütenpracht danken.
Wem all das zu viel Arbeit ist, der sollte sich beraten lassen, welche Sorten weniger anspruchsvoll sind. Wenn man diese dann recht tief setzt (mindestens drei Mal so tief, wie die Zwiebel hoch ist), einen sonnigen Standort wählt und regelmäßig düngt, sollte man auch lange Freude an ihnen haben.

Tulpen sollten möglichst spät im Herbst gepflanzt werden, am Besten nach dem ersten Frost – damit im Boden vorhandene Nematoden und Pilze keine Chance haben. Tulpen brauchen Winterkälte, damit die normalen Entwicklungsprozesse zur Entfaltung der in der Zwiebel vorhandenen Blütenanlage ablaufen können. Bei fachgerechter Pflanzung blühen Tulpenzwiebeln zuverlässig im ersten Jahr – wenn nicht Krankheiten oder Nagetiere die Pflanze zerstört haben.

Auch Blumenzwiebeln brauchen Dünger, um ihre Reserven aufzufüllen. Es empfiehlt sich, bei der Pflanzung einen stickstoffarmen Dünger zuzugeben, zum Beispiel Knochenmehl, und die Tulpen dann im Austrieb im Frühjahr noch mal zu düngen, und zwar mit einem (organischen) Volldünger mit ausgewogener Nährstoffverteilung. Tulpen brauchen verhältnismäßig viel Dünger für ihre prächtigen Blüten – lassen Sie Ihre Tulpen nicht hungern!