
Den Bauerngarten bereichern Schnittlauch, Lauch, Knoblauch und Co. schon lange - in den letzten Jahren aber hat sich ein Neuling auch in die Staudenrabatten eingeschlichen. Er ist leicht auszumachen, denn er überragt die meisten Stauden deutlich und ist grundsätzlich ein Blickfang.
Die Zugehörigkeit zur Gattung Allium ist dem Zierlauch leicht anzusehen - manche Sorten sehen wirklich aus wie überdimensionerter Schnittlauch.
Das Sortiment wächst von Jahr zu Jahr. Es gibt hohe und niedrige Vertreter, das Farbspektrum reicht von dunkelviolett über magenta bis hin zu weiß. Auch gibt es einige gelbe Allium für den Steingarten, und den aparten Nectaroscordum, den Honiglauch mit grün-rosa Blüten.
Die Blütezeit reicht von April bis September; der erste Zierlauch mit großen Blütenkugeln öffnet sich Anfang Mai, die späteren Arten und Sorten blühen bis Anfang August und verschönern die Gräserrabatte mit ihrer markanten Struktur und ihren leuchtenden Farben.
Alliumknospen Ein besonderer Vorzug des Zierlauches ist, dass er praktisch keinen eigenen Platz in der Rabatte braucht. Man kann ihn zwischen Stauden pflanzen, er treibt früh aus und zieht nach der Blüte relativ zügig wieder ein.
Man kann ihn dann nach der Blüte einfach herunterschneiden, oder die Samenstände stehen lassen, solange sie noch schön aussehen (und das ist bei trockenem Wetter lange!). So oder so verlängert Zierlauch die Zeit, in der es in der großen Staudenrabatte etwas zu gucken gibt!
Die meisten Allium sind Zwiebelgewächse - mehrjährig, winterhart und recht robust. Außer dem Zierlauch gibt es natürlich noch die vielen köstlichen Lauchgewächse, die wir in der Küche nutzen und von denen einige durchaus gartenwürdig sind. Übrigens sind - rein theoretisch - auch alle Schmuckläuche essbar.
Fast alle Allium-Arten und deren Sorten stehen am liebsten in gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden in voller Sonne. Allium ursinum, der Bärlauch sowie Allium triquetrum bilden hier die Ausnahme, sie sind im Halbschatten und Schatten am glücklichsten. Nährstoffreichen Boden schätzen sie allerdings auch - ihr natürliches Habitat sind humusreiche Mischwaldböden. Finden sie im Garten ähnliche Bedingungen vor, verwildern sie schnell und gern.
Pflanzzeit ist im Herbst. Alliumzwiebeln sollten, wie alle anderen Blumenzwiebeln auch, drei Mal so tief gepflanzt werden, wie die Zwiebel hoch ist. Wenn man lange etwas von seinem Zierlauch haben will, lohnt es sich, den Boden vor der Pflanzung vorzubereiten. Es empfiehlt sich, bei der Pflanzung etwas Kompost und/oder organischen Volldünger ins Pflanzloch zu geben.
Wenn Allium auch viele Jahre nach der Pflanzung noch üppig blühen soll, braucht er eine regelmäßige Düngung. Am besten harkt man im Austrieb eine Handvoll organischen Volldünger in den Boden um die Pflanze ein. Bei sehr trockenem Wetter sollte man anschließend kräftig gießen.
Alliumdolden Zierlauch bietet eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten. Die kleinen Arten und Sorten verschönern den Steingarten und Kräutergarten, die großen geben vielen Staudenrabatten eine neue Dimension. Durch die meist frühe Blütezeit gibt es schon in der Zielgeraden Richtung Rosenblüte in der Rabatte etwas zu sehen; andere Allium blühen gleichzeitig mit Rosen oder Kräutern wie Salbei oder Frauenmantel. Eine tiefe Rabatte mit hohen, spät blühenden Gräsern wie zum Beispiel Chinaschilf kann durch die Pflanzung stattlichen Zierlauches in einen frühsommerlichen Farbenrausch verwandelt werden. Wenn die Gräser richtig zur Geltung kommen, ist der Zierlauch dann schon lange verschwunden.
Die meisten Allium tragen Laub, das recht schnell unansehnlich wird - vergilbt, schlapp herunterhängt, kurz: kein schöner Anblick ist, und das oftmals schon, bevor die Blüten sich überhaupt geöffnet haben. Diese Problem löst man am besten, indem man mit buschigen bis bodendeckenden Pflanzen kombiniert - mit Frauenmantel und Storchschnabel, Katzenminze, Lavendel und Salbei, Oregano. Auf keinen Fall sollte das Laub zurückgeschnitten werden, auch wenn das schwerfällt!
Alliumkugeln Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Allium im Kübel zu ziehen - natürlich ist es wichtig, dass die Pflanzgefäße groß genug sind und dass die Pflanzen regelmäßig Nahrung bekommen.
Alle Allium halten sich gut in der Vase und inspirieren zu wunderbaren Kombinationen.