Die Schneerose oder Christrose hat eine lange Tradition als Gartenpflanze.  Sie verzaubert zu einer Jahreszeit, in der man durch Blütenreichtum ja nicht eben verwöhnt ist.

Die reinweißen nickenden Blütenschalen umschließen eine Fülle von eng zusammengeballten Staubfäden, überragt von 7-10 weißlichgrünen Stempeln.  Diese Blütenorgane werden von einem Kranz grüner Blütenblätter, die Honig abscheiden, wie in einer Schale zusammengehalten. Halten Sie mal die Nase dran: Vorher duftlos, entströmt der Blüte bei voller Entfaltung der Staubgefäße und Honigblätter ein feiner honighafter Rosenduft.

Die Blütezeit der weißen Christrose, Helleborus niger beginnt oft schon im November und reicht bei vielen bis in den Februar, März.  Entsprechend der winterlichen Blütezeit ist der Insektenbesuch gering, bei schräg stehenden Blüten kann der Pollen die eigene Narbe befruchten, was zur Ausbildung der interessant geformten Samenstände führt.

Wild ist die Christrose in den südlichen, stellenweise auch in den nördlichen Kalkalpen, im Appenin und dem Nordwestteil des Balkans zu finden; dort in Bergwäldern, in den Südalpen auch im Kalkmagerrasen.

Im Garten

Christrosen sind sehr langlebige Gartenstauden, sie entwickeln sich zu großen, reichblühenden wintergrünen Horsten.  Dafür brauchen sie Zeit und einen warmen, halbschattigen, windgeschützten Platzz in nährstoffreicher, tiefgründiger, gut durchlässiger, nicht zu saurer (sie mögen Kalk! –  mit Eierschalen füttern !!! ) und gut mit Humus versorgter Erde.

Zur Wachstumszeit bis zum Juli benötigen sie reichlich Wasser, im Hochsommer am liebsten eine Trockenzeit, die sich auf den Blütenansatz, besonders aber auf die Gesundheit der Pflanzen vorteilhaft auswirkt.

Heilwirkung

Diese Blume ist eine giftige Arzneipflanze, die früher bei Hysterie und Nervenerkrankungen verschrieben wurde – wegen ihrer starken narkotischen Eigenschaften wurde sie auch mit Hexenzauber und Magie in Verbindung gebracht.  Heute denkt man bei Christrosen eher an Weihnachtsstimmung und Gartenfreuden zu ungewöhnlicher Zeit und sie sollte auf keinen Fall zur Selbstbehandlung eingesetzt werden!

Zu Christrosen passen wintergrüne Stauden und Gehölze des Halbschattens, schön sind auch zur gleichen Zeit blühende Blumenzwiebeln.

Neben den bekannten, weißen Christrosen gibt es noch unendlich viel mehr Helleborus-Arten.

Besonders vielseitig ist die Gruppe derHelleborus orientalis Hybriden, das sind die Lenzrosen.  Sie blühen später (II-IV), sind wüchsiger und es gibt sie (da sie sich munter aussäen und Kreuzungen bilden) in ganz vielen wunderschönen Weiß-rosa-rot-Tönen, auch gesprenkelt oder weiß mit rotem Rand, gefüllt oder halbgefüllt, bis hin zu fast schwarz (Helleborus orientalis ’Merlin’).

Lenzrose

Rote Lenzrose im Austrieb

Tipp:

Christrosenblüten machen sich auch in der Vase gut:

Man sollte die Stengel kreuzweise etwa einen Zentimeter tief einschneiden, bevor man sie ins Wasser stellt.  Ganz besonders zauberhaft sind die Blüten der weißen Christrose mit kurz geschnittenen Kiefernzweigen…