Im Herbst muss der Garten „schier“ gemacht werden – so dachte man früher.  Alles wurde abgeschnitten und in den Beeten wurde umgegraben.  Dann erst war die Gärtnerin fleißig gewesen und durfte sich in den Winter und ins Haus begeben.  Heute sehen das zum Glück immer mehr Menschen ganz anders:

Samenstand eines Mohns

Rückschnitt

Es werden Gräser und Stauden stehen gelassen, weil die wunderbaren Bilder, die ein mit Raureif überhauchtes Staudenbeet macht, uns bezaubern.  Auch wissen wir, dass viele Vögel an den Samenständen der Gräser und Stauden noch Nahrung finden.  Insekten überwintern in den trockenen Stängeln.  Bitte, lieber erst alles im Frühjahr zurückschneiden!  Wer extra für seine Piepmätze etwas ansäen will, kann das gut jetzt tun:  Die Wildvogelfutterwiese ist eine Saatmischung mit Pflanzen, die z.T. Kälte benötigen und deshalb vor dem Winter ausgesät werden will.

 

LaubLaub

Laub ist für viele ein Ärgernis, dabei eignet es sich gut zum Mulchen der Beete, außerdem mögen Tiere wie z.B. Igel in Laubhaufen wohnen.  Empfindliche Pflanzen wie z.B. Bartblumen oder Säckelblumen werden durch Laubabdeckungen geschützt.  Damit die Blätter nicht verwehen, kann z. B. für Nerinen ein Drahtkäfig gebaut werden.

Pflanzzeit

Jetzt im Herbst beginnt eine gute Zeit zum Pflanzen.  Sobald die Böden nach den vergangenen trockenen Monaten durch Niederschläge wieder genug Feuchtigkeit aufgenommen haben, können Stauden und Gehölze gepflanzt werden.    Die Bodenwärme hilft den Pflanzen, rasch Wurzeln zu bilden und so haben sie gegenüber der Frühjahrspflanzung einen Vorsprung in der Entwicklung.

HerbstWurzelnackte Gehölze – also die, die nicht im Topf kommen, sondern „nur“ mit nackten Wurzeln – werden gepflanzt, wenn sie ihre Blätter verloren haben, also ab Mitte Oktober.  Besonders Rosen können gut in wurzelnackter Qualität gesetzt werden, aber auch Wildsträucherhecken und (Obst-)bäume.

Bei den Stauden gibt es einige, die besser im Frühling gesetzt werden, dazu gehören die Gräser und die Chrysanthemen, aber die meisten anderen wollen sehr gern jetzt im Herbst noch in die Erde.

Und natürlich Blumenzwiebeln, hier sollten Narzissen und Schneeglöckchen eher bald gepflanzt werden, mit Tulpen und Zierlauch können Sie gerne bis nach den ersten Frösten warten.  Tulpen können wunderbar in Töpfe gesetzt werden, das ist auch etwas wühlmaussicherer.  Töpfe ans Haus rücken und im Frühling dort ins Beet setzen, wo diese Farbe fehlt.
Auch mit Blumenzwiebeln können Sie den Tieren in Ihrem Garten Gutes tun.  Ein Sortiment extra für Insekten enthält besonders frühe Zwiebelblüher, die den ersten Hummeln und Bienen Nahrung bieten.

Winterschutz

Dahlien nach den ersten Frösten aufnehmen und hineinholen.
Kübelpflanzen ans Haus rücken, je nach Art erst bei schwerer Kälte hineinräumen.  Rosmarin steht zum Beispiel viel besser draußen, wenn es typisches schleswig-holsteinisches Winterwetter mit 3 Grad und Nieselregen hat, ihn wirklich erst reinräumen, wenn es richtig kalt wird.

Gartengeräte

Geräte nach letztem Gebrauch säubern, pflegen, evtl. reparieren und gut wegstellen.  So macht der Start in die Frühlingsgartensaison mehr Freude!  Und dann muss nur noch genug Holz für den Ofen im Vorrat sein, genügend gute Gartenbücher, dann kann der Winter kommen.