Eigentlich ist der Herbst doch die schönste Jahreszeit von allen – finde ich jedenfalls.  Üppigkeit gefällt mir sehr, bunte Farben sowieso und dieses klein bisschen schmerzlich wehmütige Gefühl, ach, das tut doch auch so gut …

 

Der Garten gibt auf jeden Fall noch mal so richtig alles:

Anemonen, Astern, Dahlien und Chrysanthemen strotzen nur so vor Herbststimmung – und auch auf Fruchtschmuck lohnt es sich zu schauen… .

Sowieso möchte ich heute Ihren Blick mal auf die kleinen Schönheiten am Rande richten:  Sie schießen wie die Pilze aus dem Boden, sagt man oft, wenn irgendetwas ganz plötzlich zahlreich auftaucht – und tatsächlich schießen im Herbst die Pilze.  Gucken Sie mal genau hin, wie schön und auch wie vielgestaltig Pilze daherkommen – vielleicht sollte man auch mal eine dieser geführten Pilzwanderungen mitmachen um endlich mal ein paar davon mit Namen kennenzulernen – aber ach, schön sind sie auch ohne Namen….

Viele Kunden fragen mich immer wieder, wie lange etwas blüht, als ob die Blüte das einzig Bedeutsame an einer Pflanze sei.  Es macht doch Sinn auch noch nach anderen Qualitäten zu schauen und da sei um diese Jahreszeit erst einmal die Herbstfärbung genannt.  Diese gibt es natürlich besonders bei Gehölzen (ganz besonders bei solchen, die in Nordamerika beheimatet sind…), aber auch die Stauden können mithalten.  Wer das leuchtende Rot des Entenschnabelfelberichs (Lysimachia clethroides) im September vor Augen hat, weiß, wovon ich rede!  Und das knallige Gelb der Funkienblätter – ganz wunderschön!

Mich inspiriert der Herbst immer ganz besonders zum Blumenschneiden, alles möchte in die Vase, ins Haus genommen, immer wieder bestaunt werden.

Und damit kommen wir zu den Früchten, die auch so toll für die Floristik geeignet sind.  Neben ganz filigranen, wie z.B. manchen Clematis-Samenständen oder Gräsern bezaubern vor allem auch die dicken Rosenfrüchte, Hagebutte, von denen es so viele verschiedene gibt – und sie wollen in Kränze und Sträuße gebunden, um Geschenke gewickelt, zu Girlanden verschlungen, ach oder als Likör angesetzt werden.

Wildfrüchte und was man daraus machen kann, das ist auch ein Thema, was mir sehr am Herzen liegt, kennen Sie z.B. Vogelbeerenmarmelade, Kornelkirschengelee oder Schlehenlikör???

Darüber aber ein andermal mehr – zum Schluß noch ein Gartenhinweis:

Die Pflanzzeit im Herbst ist früher die wichtigste des Gärtnerjahres gewesen, heute wird mehr und mehr im Frühjahr gepflanzt, dabei ist eigentlich der Herbst für die allermeisten Pflanzen die bessere Zeit.  Wurzelnackte Gehölze, das heißt Sträucher ohne Topfballen (z. B. für Hecken) werden optimal ab Mitte Oktober  gesetzt, Rosen im November.

Auch Stauden  – mit Ausnahme von empfindlichen Seelchen – können gut im -allerdings frühen- Herbst gesetzt werden.

Der Vorteil der Herbstpflanzung ist, dass die Pflanzen meist noch gut einwurzeln und da es im Winter ja doch häufig regnet, es keine Probleme mit Trockenperioden nach der Pflanzung gibt.

Lassen Sie sich beraten, wer im Herbst gesetzt werden kann und wer dann Winterschutz braucht!

Und dann ist natürlich im Herbst noch die Pflanzzeit für frühjahrsblühende Zwiebelblumen. Zierlauch, Tulpen, Traubenhyazinthen, Kaiserkronen, Narzissen und Hasenglöckchen, ach und was es da noch so alles Schönes gibt – die können so ab Mitte September in die Erde gesteckt werden. Das ist doch jedes Mal wieder ein Zauber:  Da versenkt man die Zwiebeln, Knollen, kurz, diese drögen, eher unscheinbaren Dinger und dann, über Winter vergisst man sie fasst…  Aber wenn es dann Frühling wird, dann kommen sie mit Macht und Farbe, grade die ersten, die allerfrühesten sind es, die uns am meisten Freude machen. Ach, das Leben ist bunt…

Ich wünsche Ihnen einen schönen Herbst!